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Der Kosch und seyne Bewohner
Reisebericht, dem geneigten Leser zugeeignet von Magister Perplex d.W.
Efferd 27 1007 BF
Im Jahre 14 Unseres Allergöttlichsten Kaisers Hal
Folgt man der Reichstraße III aus den Nordmarken kommend, dann erhebt sich stolz und steynern aus dunklem Basalt, unwirtlich, oft tiefverschneit und sturmumtost, das Koschgebirge. Der Greifenpass — viele Monde im Jahr unpassierbar — muss mühsam und besser mit gutem ortskundigem Führer überqueret werden — dann tritt man, wenn die zerzausten Wetterfichten und Krummholzbüschen zurückbleiben und den grünen Thannen und Buchen weichen — Lohn der Mühen — in das Herz des Reiches — die schönen Lande des Fürstentums Kosch.
An einer der vielen gastlichen Wirtschaften an erhobenen Punkte am Wegesrand rastend und bei einem kühlen Schluck des weithin gerühmten Koscher Bieres, mag man bei guter Sicht einen weiten Blick über das Land nehmen, das sich unter einem und vorzüglich gegen Süden weithin erstreckt: über die Hügellande und den funkelnden Angbarer See hinweg — hinein in die Lande am Oberlauf des Großes Flusses.
Der Schutzgott des Landes — Vater Ingerimmm — hat das Tagwerk der Koscher gesegnet, und es ist ein besonderer Friede, der über dem Lande liegt. Der Reisende fragt sich, ob dies vom Koschbasalte kommt — welcher die böse Magie steynern unterdrückt — der bodenständigen hemdsärmeligen Art oder den Braukünsten der Leut hier. Denn das Bier — zuvorderst das Helle Ferdoker — wird hier in einer Reinheit, mit Hingabe und Generationen alter Handwerkskunst gebraut, die Ihresgleichen im ganzen Reiche vergeblich sucht.
Das 'Koscher Reynheytsgebot' datiert auf das Jahr 40 BF und zählet somit eine Tradition von an die 1000 Götterläufe. Und ist das Leben hier auch geprägt von harter Arbeit — manch armer Koscher Baron greift schon selbst zum Pfluge und es ist nicht ungewöhnlich, dem Töchterleyn eines Edelmannes in der Käserei oder beim Stampfen deftigen Sauerkrautes zu begegnen — so findet doch Jung und Alt, Arm und Reich ohne den Stand anzusehen, zu einem Kruge dieses Allerfeynsten Bieres und einem guten Wort zusammen.
Besonders viele Zwerge leben und arbeiten hier mit den Menschen. In Ferdok — der Heimatstadt des Biers — regiert gar ein 'Angroschim' — wie sich die Zwerge selbst nennen — der beliebte Graf Growin von Ferdok.
Von unserem erhöhten Standorte, und wenn zum zweiten Maß Bier ein kräftiger Eintopf auf den Tisch gelangt, mag ein scharfes Auge, fern und klein wie Spielzeuge, die Handels-Schiffe erkennen, die — mühsam getreidelt — den langen Weg den Großen Fluss herauf von Havena kommend ihre Waren im Ugdan-Hafen von Ferdok löschen, damit diese dann auf Karren von hier aus ins Herz des Reiches in unsere Goldene Hauptstadt Gareth geliefert werden. Seit jeher ist Ferdok die Drehscheibe des Ost-West-Handels im Reich.
Die große dunkle Fläche hinter Ferdok, dies ist der Dunkelwald. Dort — so wird der Koscher nur flüsternd erzählen — leben heute noch finstere Druiden und Hexen. Ja auch Throlle und andere seltene Geschöpfe treiben dort ihr Unwesen.
Nur bei guter klarer Sicht — besonders in herbstlicher Abendsonne des Efferdmondes — blassblau verschwindend in den Abstufungen der Ferne, kann man im Süden das Grenzgebirge gen Almada erkennen: den Amboss. Dort liegen in der Baronie Hammerschlag die Erzminen und Werkstätten der Zwerge, rund um die Uhr dampfen dort die Essen, glühen die Funken, klingt das dröhnende Hämmern der immer fleißigen und niemals müden Zwerge durch die tiefen Thäler.
Dort in den Bergen finden sich nicht nur reiche Erzminen, sondern auch das große Ingerimm Heiligtum — die Hammerhöhle — von den Zwergen 'Malmarzrom' genannt. In den Koschbergen liegen auch die großen Bingen der Zwerge, so auch Murolosch.
Zahllos sind die Wunder, die ein Reisender berichten kann, der sich die Muße nimmt, den Kosch zu bereisen; so ist die Pilgerstadt Tallon mit ihrem Heiligtum der Peraine oder der Haupttempel des Ingerimms in Angbar zu empfehlen. Doch mühsam fällt mir nun das Schreiben — hat doch die fröhliche rotbackige Wirtin gerade eben das dritte Maß Helles aufgetischt. Und so schließe ich für heute meinen Bericht und lausche vorerst Gesang, Pfeifenbalg und Quetschbeutel der Barden, die soeben das Wirtshaus betreten.
Und bevor ich das Fenster der abendlichen Kühle wegen schließe, werfe ich noch eine Blick hinunter ins Tal, in das sich die Schatten und das Dunkel legen...

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