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Ledernes Buch

"Das Böse Buch"

Auch wenn mein jähzorniger Meister niemals dulden wird, dass ich aufschreibe, was ich als Handlanger und Mitwisser seiner dunkleren Machenschaften erlebte, so muss ich es dennoch.
Es ist meine Erinnerung an die Traurigkeit in ihren tiefschwarzen Augen und die Ehrfurcht vor dem Großen Fluss, der ihr zu Hause ist, die mich dazu zwingen.
Ich tue dies, weil ich seinerzeit Tatenlos blieb. Die Furcht vor der Eifersucht meines Herrn hinderte mich daran. Möge der Flussvater mir verzeihen! Und natürlich jenes wundervolle Geschöpf aus dem Großen Fluss, bei dessen Einkerkerung ich womöglich half, ohne es zu wissen.
Wann das Unglück begonnen hatte, seinen Lauf zu nehmen, weiß ich nicht mehr genau. Das Erste, an was ich mich erinnere, waren die seltsamen Dinge, die mein Meister mich besorgen ließ. Anfangs ging ich dabei recht unbedarft ans Werk, bis mein Meister mir verbot, ihn auf seine Exkursionen zu begleiten. Etwas, worauf er sonst immer bestanden hatte.
Eines Nachts, als er sich wieder einmal davonstahl, gab ich meiner Neugier nach und folgte ihm. Auch aus gebührendem Abstand konnte ich sehen, was er tat, denn der Mond schien sehr hell. Er sammelte Feuermoos, wobei er sich immer wieder verstohlen umblickte.
Was nur hatte er vor mir zu verbergen? Ich musste es herausfinden. Abermals folgte ich ihm auf einem seiner Ausflüge — diesmal am Tage. Wir kamen an einen kleinen Flusslauf in der Nähe des Städtchens Nadoret. Dort bewachten drei mächtige Trolle den einzigen Übergang auf die andere Seite. Vermutlich hatte mein Meister sie dort postiert, denn sie ließen ihn ohne weiteres Aufhebens vorbei.
Sobald er ein gutes Stück in Richtung des in der Ferne liegenden Sees gegangen war, wagte ich den Versuch, an den Trollwächtern vorbeizukommen. Wer Trolle kennt weiß, dass ein paar süße Leckereien sie leicht überzeugen können. Zum Glück hatte ich etwas bei mir, was ihnen gut genug war.
Am Ufer des Sees angekommen, konnte ich meinen Meister auf einer kleinen Insel erspähen, er kniete neben einem verzierten Metallkäfig, in dem eine bläuliche Gestalt mit weißem Haar kauerte. Er klang so, als würde er mit der Gestalt streiten, doch hörte ich nur ihn reden.
Einige seltsame Gebilde waren noch auf der Insel zu sehen, so etwas wie eine Art Altar aus Naturfelsen mit vier Findlingen, die schwebenden Obelisken ähnelten. Mein Meister stand auf und ging zu dem Bündel, nahm die Kräuter, darunter auch das Feuermoos, heraus. Danach begann er eine Art Zauberritual. In jede der Schalen der Obelisken legte er eine andere Sorte Kräuter. Sobald dies getan war, begann er die Obelisken zu drehen und plötzlich begann die Insel in verschiedenstem Lichte zu erstrahlen. Die Kreatur im Käfig schien wie erstarrt.
Als alles zu Ende war, öffnete er den Käfig und lies die Gestalt heraus. Es war eine wunderschöne Neckerfrau, selbst aus meinem Versteck konnte ich nicht anders als vor Verzückung zu staunen. Ich war ihrem Liebreiz von einem Augenblick zum anderen erlegen. Doch plötzlich spürte ich den eisigen Blick meines Meisters auf mir. Wie hatte er mich entdeckt?! Ich rannte davon. Aus Angst vor seiner Strafe, aus Angst vor dem Zorn des Flussvaters. Aus welch anderen Gründen auch immer, ich kehrte nie wieder zu meinem Meister, noch an jenen Ort zurück.
Doch in meinen Träumen sehe ich jenes wundervolle Wesen auf jener kleinen Insel, auf der mein Meister, und davon bin ich überzeugt, sie mit seiner Magie eingekerkert haben muss. Ich wünschte, ich wäre tapfer. Tapfer genug um zurückzukehren und sie zu befreien. Doch ich bin es nicht. Nun schreibe ich dies nieder, in der Hoffnung, dass es ein anderer einst sein wird. Wer immer du auch seist, mein unsterblicher Dank sei dir gewiss!

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